3D-Druck: Evolution statt Revolution bei Volkswagen

3D-Druck: Evolution statt Revolution bei Volkswagen

Additive Fertigung gibt es bei der Volkswagen AG bereits seit mehreren Jahren. Wie, wo und welche 3D-Druck-Verfahren bei einem der weltgrößten Fahrzeughersteller zum Einsatz kommen, hat uns Gerd Rupp, Leiter Werkzeugbau der Marke Volkswagen, im Kurzinterview erläutert.

Herr Rupp, seit wann nutzt Volkswagen 3D-Druck-Technik?

Die Symbiose von Technologieentwicklung und Werkzeugbau legte bereits 2009 den Grundstein für den 3D-Druck am Standort Wolfsburg, um sich intensiv mit den additiven Technologien zu beschäftigen. Start war damals ein Projekt mit dem Ziel der Effizienzsteigerung in der Warmumformung, die mit der Darstellung konturnaher Kühlkanäle über das SLM-Verfahren erreicht werden konnte.

Seit diesem Projekt wird der Einsatz diverser additiver Technologien in Wolfsburg vorangetrieben. Durch die Experten der Technologieentwicklung wird die Vernetzung konzernweit organisiert und Aktivitäten gesteuert. Additive Fertigungsverfahren werden heute in allen Werkzeugbauten direkt oder über strategische Partnerschaften angewandt.

Welche Druckverfahren werden bei Ihnen bevorzugt?

Wir haben für den metallischen 3D-Druck alle gängigen Verfahren im Einsatz, für den Kunststoff-3D-Druck kommen vor allem die Verfahren FDM und SLS zur Herstellung von z.B. Montageschablonen, Abstandshaltern etc. zur Anwendung.

Wie wichtig ist 3D-Druck für Ihr Unternehmen, beispielsweise bei der Entwicklung von Prototypen?

3D-Druck bietet gegenüber konventionellen Fertigungsverfahren gerade für den Betriebsmittel- und Prototypenbau erhebliches Potenzial zur Reduzierung der Anfertigungszeit und der Verschlankung des Anfertigungsprozesses. Dies verkürzt damit indirekt auch die Entwicklungszeiten des herzustellenden Fahrzeugteils und bringt eine noch größere Flexibilität in den Produktentstehungsprozess für das Gesamtfahrzeug.

In welchen Bereichen kommt 3D-Druck sonst noch zum Einsatz?

In der Marke Volkswagen ist die additive Fertigung für Prototypenbauteile und Sonderanfertigungen, also Kleinstserienanwendungen gesetzt.

Welche Anwendungsfelder können Sie sich für 3D-Druck in Zukunft vorstellen?

Additive Verfahren werden auch auf lange Sicht die konventionellen Fertigungsmethoden ergänzen, nicht vollständig verdrängen. Der metallische 3D-Druck wird für die Produktion in der Automobilindustrie daher keine Revolution sein, stellt aber einen großen Evolutionsschritt dar.

Wie glauben Sie, wird die additive Fertigung Ihr Unternehmen und das Ihrer Geschäftspartner verändern?

Der Anteil der additiv hergestellten Bauteile im Fahrzeug wird kontinuierlich wachsen. Durch die Technologieentwicklung und die damit einhergehende Optimierung der Verfahren werden zudem auch die darstellbaren Stückzahlen signifikant steigen.

Foto © Volkswagen AG

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