Regelmäßiger Einsatz von 3D-Druck für Prototypen bei Liebherr-Elektronik

Regelmäßiger Einsatz von 3D-Druck für Prototypen bei Liebherr-Elektronik

Seit über 60 Jahren steht Liebherr für eine große, sich stetig weiter entwickelnde Palette anspruchsvoller Produkte und Leistungen. Hierzu zählt Liebherr zu den weltweit größten Baumaschinenherstellern für viele Branchen, wie Mining, Krantechnik, Erdarbeiten und Betontechnik. Ebenso werden für den Bereich Aeropspace und Verkehrstechnik Systeme und Komponenten für Hersteller von Flugzeugen und Schienenfahrzeugen hergestellt. Liebherr hat insgesamt 11 Geschäftsfelder in denen es in 2016 einen Gesamtumsatz von 9.009 Mio. € erzielte.

Wir sprachen mit Claus von Reibnitz, Geschäftsführer der Business Unit Industrieelektronik in Lindau über 3D-Druck und den Einsatz der Technik im Hause Liebherr.

Herr von Reibnitz, seit wann nutzen Sie in Ihrem Unternehmen 3D-Druck-Technik?

Die Liebherr-Elektronik GmbH nutzt 3D-Druck Verfahren im eigenen Haus seit 2015.

Welche Druckverfahren werden bei Ihnen bevorzugt?

Wir nutzen bisher ausschließlich das FDM Verfahren für Nylon, PLA, ABS, CPE und PVA.

Wie wichtig ist 3D-Druck für Ihr Unternehmen, beispielsweise bei der Entwicklung von Prototypen?

Wir fertigen in der Regel aufgrund der Stückzahlen Seriengehäuse für unsere Elektroniken im Spritzguss Verfahren, sowohl in Kunststoff als auch in Aluminium. In der Entwicklungsphase unserer Produkte kommt Rapid Prototyping mittels 3D-Druck regelmäßig zum Einsatz. Insbesondere Gehäuse-Optimierungen in beengten Einbauräumen können wir dank 3D gedruckter Modelle deutlich schneller vornehmen.

In welchen Bereichen kommt 3D-Druck sonst noch zum Einsatz?

Wir setzen 3D-Druck auch im Bereich der technisch gewerblichen Ausbildung ein, damit unsere Auszubildenden die jeweils aktuellsten Fertigungstechnologien kennenlernen. Sie erstellen dabei Vorrichtungen und Adapter für unsere Montage und fertigungsbegleitenden Testautomaten.

Welche Anwendungsfelder können Sie sich für 3D-Druck in Zukunft vorstellen?

Bei signifikanten Kostenfortschritten ist der Einsatz des 3D-Drucks langfristig auch für Gehäuse von Kleinserienprodukten denkbar.

Wie glauben Sie, wird die additive Fertigung Ihr Unternehmen und das Ihrer Geschäftspartner verändern?

Die additive Fertigung wird voraussichtlich für unser Kerngeschäft der Elektronik in mobilen Arbeitsmaschinen mittelfristig nur in der Entwicklung von Bedeutung sein. Längerfristig sehe ich insbesondere in der Lieferkette für mechanische Ersatzteile Potenziale. Insbesondere wenn sich aufgrund der langen Maschinenlebensdauer (bis zu 40 Jahren) Überarbeitungen der Gehäusewerkzeuge nicht mehr wirtschaftlich darstellen lassen. Dies würde im Ersatzteil- und Reparaturgeschäft zu einem Insourcing der Gehäusefertigung führen.

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